Die Einspeisevergütung 2026 ist für viele Hausbesitzer die erste Frage vor dem Kauf einer PV-Anlage: Was bekomme ich eigentlich für den Strom, den ich nicht selbst verbrauche? Die kurze Version: weniger als früher, aber verlässlich und für 20 Jahre festgeschrieben. Hier finden Sie die aktuellen Sätze mit Stand 1. August 2026, die Tabelle nach Anlagengröße und eine ehrliche Einordnung, welche Rolle die Vergütung heute noch für die Wirtschaftlichkeit spielt.
Die kurze Antwort
Seit dem 1. August 2026 erhalten neue Anlagen bis 10 kWp bei Teileinspeisung 7,70 Cent pro Kilowattstunde, bei Volleinspeisung 12,22 Cent. Die Sätze sinken durch die gesetzliche Degression um 1 Prozent je Halbjahr, jeweils zum 1. Februar und 1. August. Entscheidend: Der Satz, der bei Ihrer Inbetriebnahme gilt, ist für 20 Jahre garantiert. Wirtschaftlich ist die Vergütung heute der Nebenverdienst, das Hauptargument ist der Eigenverbrauch: Selbst erzeugter Strom ersetzt Netzstrom für rund 31 Cent pro Kilowattstunde, die Einspeisung bringt 7,70 Cent.
Tabelle: Einspeisevergütung nach Anlagengröße (Stand 1.8.2026)
Die Vergütung ist nach Leistungsstufen gestaffelt. Für Anlagen über 10 kWp gilt eine Mischrechnung: Die ersten 10 kWp werden mit dem höheren Satz vergütet, nur der Teil darüber mit dem niedrigeren.
| Anlagengröße | Teileinspeisung (Eigenverbrauch + Überschuss) | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| über 10 bis 40 kWp | 6,67 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
| über 40 bis 100 kWp | 5,45 ct/kWh | 10,24 ct/kWh |
Ein Beispiel für die Mischrechnung: Eine 15-kWp-Anlage mit Teileinspeisung erhält im Schnitt etwa 7,36 Cent pro Kilowattstunde (10 kWp zu 7,70 Cent, 5 kWp zu 6,67 Cent). Welche Anlagengröße zu Ihrem Haus passt, zeigt unsere Übersicht der PV-Anlagengrößen.
Teileinspeisung oder Volleinspeisung: Was lohnt sich?
Die höhere Volleinspeisungs-Vergütung klingt verlockend, ist für ein typisches Einfamilienhaus aber fast nie die bessere Wahl. Der Grund ist einfache Mathematik: Bei Volleinspeisung verkaufen Sie jede Kilowattstunde für 12,22 Cent und kaufen Ihren Haushaltsstrom weiter für rund 31 Cent ein. Bei Teileinspeisung ersetzt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde den teuren Netzstrom, das ist ein Vorteil von rund 31 Cent statt 12,22 Cent. Volleinspeisung rechnet sich nur in Sonderfällen, etwa bei sehr großen Dächern mit minimalem Stromverbrauch im Gebäude. Für die meisten Hausbesitzer gilt: Teileinspeisung wählen und den Eigenverbrauch maximieren, zum Beispiel mit einem Speicher.
Die Degression: 1 Prozent weniger je Halbjahr
Seit Februar 2024 sinken die Vergütungssätze planmäßig um 1 Prozent pro Halbjahr, immer zum 1. Februar und zum 1. August (§ 49 EEG). Das klingt dramatischer, als es ist: Bei einer typischen 10-kWp-Anlage macht ein Degressionsschritt über 20 Jahre gerechnet nur einen niedrigen dreistelligen Betrag aus. Relevanter ist die geplante EEG-Reform 2027, die für Neuanlagen ab dem 1. Januar 2027 eine Absenkung um rund 1 Cent pro Kilowattstunde vorsieht. Warum sich Abwarten deshalb selten rechnet, haben wir im Artikel Einspeisevergütung sinkt durchgerechnet.
20 Jahre Garantie: Der unterschätzte Vorteil
Der Vergütungssatz zum Zeitpunkt Ihrer Inbetriebnahme gilt für das Inbetriebnahmejahr plus 20 volle Kalenderjahre. Wer im Herbst 2026 in Betrieb geht, bekommt also bis Ende 2046 exakt 7,70 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde, unabhängig davon, wie sich Gesetze und Strompreise entwickeln. Diese Planbarkeit gibt es bei kaum einer anderen Investition. Wichtig zu wissen: Seit dem Solarspitzengesetz gibt es für Neuanlagen in Stunden mit negativen Börsenpreisen keine Vergütung, diese Stunden werden dafür hinten an den Vergütungszeitraum angehängt. Details dazu erklären wir im Beitrag zum Solarspitzengesetz.
Was die Vergütung für die Wirtschaftlichkeit bedeutet
Rechnen wir es ehrlich durch: Eine 10-kWp-Anlage erzeugt rund 9.500 Kilowattstunden im Jahr. Bei 30 Prozent Eigenverbrauch sparen Sie etwa 2.850 Kilowattstunden Netzstrom, das sind bei 31 Cent rund 880 Euro. Die eingespeisten 6.650 Kilowattstunden bringen bei 7,70 Cent etwa 510 Euro. Die Vergütung steuert also grob ein Drittel des jährlichen Nutzens bei, sie ist Sockeleinkommen, nicht Renditetreiber. Genau deshalb hat die sinkende Vergütung die Amortisation kaum verschlechtert: Die Systempreise sind parallel gefallen, auf im Schnitt rund 1.015 Euro pro kWp. Typische Anlagen amortisieren sich weiterhin in 8 bis 13 Jahren, bei 25 bis 30 und mehr Jahren Lebensdauer. Ob sich das für Ihr Haus rechnet, können Sie im Artikel Lohnt sich Photovoltaik? nachvollziehen, die Kostenseite finden Sie unter Photovoltaikanlage Kosten.
Häufiger Denkfehler: auf höhere Sätze hoffen
Manche Interessenten warten auf ein politisches Comeback hoher Vergütungen. Dafür spricht derzeit nichts: Die Richtung im EEG zeigt seit Jahren nach unten, und die Reformpläne für 2027 bestätigen das. Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuellen Sätze für zwei Jahrzehnte. Das ist kein Verkaufsargument, sondern schlicht die Gesetzeslage.
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