Ist eine Photovoltaikanlage die bessere Geldanlage als ein ETF oder Festgeld? Diese Frage stellen sich viele Hausbesitzer, und die Antworten im Netz reichen von "über 10 Prozent sicher" bis "lohnt sich nie". Beides stimmt nicht. In diesem Artikel rechnen wir die Photovoltaik-Rendite so, wie es ein ehrlicher Finanzberater tun würde: mit allen laufenden Kosten und ohne geschönte Strompreise.
Die kurze Antwort
Eine fair eingekaufte Photovoltaikanlage erzielt in Deutschland eine Eigenkapitalrendite von 5 bis 8 Prozent pro Jahr, über eine Laufzeit von 25 bis 30 und mehr Jahren. Das ist mehr als Festgeld und stabiler als Aktien, denn die Ersparnis hängt am eigenen Verbrauch, nicht an den Börsen. Der größte Rendite-Killer ist ein überteuerter Kaufpreis: Wer 40 Prozent zu viel bezahlt, drückt die Rendite schnell unter 3 Prozent. Die Rechnung funktioniert nur mit ehrlichen Annahmen inklusive Wartung, Versicherung und Wechselrichter-Tausch.
So berechnen Sie die Rendite Schritt für Schritt
Die Eigenkapitalrendite setzt den jährlichen Nettoertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Ein Beispiel mit einer 10-kWp-Anlage für 10.500 Euro (das entspricht dem 2026er Marktdurchschnitt von rund 1.015 Euro pro kWp):
- Ersparnis durch Eigenverbrauch: rund 800 Euro pro Jahr (2.850 kWh mal 28 Cent)
- Einspeisevergütung: rund 510 Euro pro Jahr (6.650 kWh mal 7,70 Cent)
- Laufende Kosten: rund 300 Euro pro Jahr (Wartung, Versicherung, Rücklagen)
Der Nettoertrag liegt bei etwa 1.010 Euro pro Jahr. Bezogen auf 10.500 Euro Einsatz sind das rund 6,7 Prozent Rendite, steuerfrei, denn Anlagen bis 30 kWp sind von der Einkommensteuer befreit und werden mit 0 Prozent Mehrwertsteuer gekauft. Den ausführlichen Rechenweg mit Speicher-Variante finden Sie im Artikel zur Photovoltaik-Amortisation.
Diese laufenden Kosten gehören in jede ehrliche Rechnung
Wer die Rendite ohne Betriebskosten rechnet, betrügt sich selbst. Kalkulieren Sie über die Laufzeit mit:
- Wartung und Betrieb: 100 bis 350 Euro pro Jahr
- Versicherung: 100 bis 200 Euro pro Jahr für die Erweiterung der Wohngebäudeversicherung
- Wechselrichter-Tausch: 1.500 bis 3.000 Euro nach 10 bis 15 Jahren, das ist der größte Einzelposten im Anlagenleben
- Degradation: Module verlieren 0,3 bis 1 Prozent Leistung pro Jahr, nach 25 Jahren liefern sie also noch etwa 80 bis 92 Prozent
Wer für den Wechselrichter jährlich rund 150 bis 200 Euro zurücklegt, erlebt im Jahr 12 keine böse Überraschung. Mit diesen Posten sinkt die Rendite im Beispiel von theoretischen 9 auf realistische 6 bis 7 Prozent. Genau deshalb nennen seriöse Quellen die Spanne von 5 bis 8 Prozent.
Der faire Vergleich mit anderen Geldanlagen
- Festgeld und Tagesgeld: aktuell meist 2 bis 3 Prozent, dafür jederzeit verfügbar. Die PV-Anlage schlägt das deutlich, bindet das Geld aber über Jahrzehnte im Dach.
- Aktien-ETF: langfristig historisch 6 bis 8 Prozent, allerdings mit starken Schwankungen und ohne Garantie. Die PV-Rendite ist ähnlich hoch, aber planbarer: Ihr Stromverbrauch und die 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung sind keine Börsenkurse.
- Immobilien-Instandhaltung: Die PV-Anlage ist zugleich eine Aufwertung des Hauses, was in keiner Renditerechnung auftaucht, beim Verkauf aber zählt.
Fair bleibt der Vergleich nur, wenn Sie zugeben: Ein ETF lässt sich in Sekunden verkaufen, eine Photovoltaikanlage nicht. Wer sein gesamtes Erspartes ins Dach steckt und keine Rücklagen behält, hat schlecht geplant, egal wie gut die Rendite ist.
Der größte Rendite-Killer: ein überteuerter Einkaufspreis
Am Markt werden für identische Leistung 900 bis 1.800 Euro pro kWp aufgerufen. Dieselbe 10-kWp-Anlage kann Sie also 9.500 oder 17.000 Euro kosten. Im zweiten Fall sinkt die Rendite aus dem Beispiel von 6,7 auf etwa 4 Prozent, und die Amortisation verschiebt sich um Jahre. Kein anderer Faktor, weder Dachausrichtung noch Strompreis, hat einen so großen Einfluss. Der wirksamste Schutz: mehrere Angebote einholen und den Preis pro kWp vergleichen. Eine Orientierung, was Anlagen aktuell kosten dürfen, gibt unsere Übersicht der Photovoltaikanlagen-Kosten.
Wann die Rendite nicht reicht
Auch das gehört zur Ehrlichkeit: Bei einem stark verschatteten Dach, einem in wenigen Jahren sanierungsbedürftigen Dach oder einem Jahresverbrauch unter etwa 2.000 kWh ohne geplantes E-Auto oder Wärmepumpe kann die Rendite unter 3 Prozent fallen. Dann ist Festgeld tatsächlich die entspanntere Wahl, oder Sie lösen erst das Dachproblem. Ob sich die Anlage in Ihrem Fall rechnet, klärt der Artikel Lohnt sich Photovoltaik? im Detail.
Rendite absichern: Förderung und Finanzierung mitdenken
Die 0 Prozent Mehrwertsteuer gelten bundesweit, dazu kommen je nach Region Zuschüsse und der zinsgünstige KfW-Kredit 270. Jeder geschenkte Euro verbessert die Rendite direkt. Welche Programme 2026 aktiv sind, zeigt unsere Übersicht zur Photovoltaik-Förderung. Wichtig: Förderanträge immer vor der Beauftragung stellen.
Die Rendite steht und fällt mit dem Einkaufspreis
Ob Ihre Anlage 4 oder 7 Prozent Rendite bringt, entscheidet sich beim Angebotsvergleich. Über unseren kostenlosen Angebotsvergleich für Photovoltaikanlagen erhalten Sie bis zu 3 Angebote geprüfter Fachbetriebe zum direkten Vergleich. Die Fachbetriebe melden sich direkt bei Ihnen, maximal 3 geprüfte Betriebe, kostenlos und unverbindlich. So finden Sie den fairen Preis, der Ihre Rendite schützt.